Die Unternehmensberatung Proximity hat gerade untersucht, wie Konsumenten das Internet zum Einkauf von Modeprodukten nutzen. Einige Vorabinformationen hat das Handelsblatt (heutige Ausgabe, leider nicht online verfügbar) heute schon veröffentlicht: Immer mehr Nutzer holen sich demnach regelmäßig (!) vor ihrem Modeeinkauf Informationen im Internet ein. Laut Studie bereits mehr als die Hälfte der Konsumenten!! Überrascht war ich, dass nur noch 28% der Teilnehmer angeben, dass sie prinzipiell lieber in der Stadt einkaufen, weil sie vor Ort beraten werden wollen oder Kleidung vorab anfassen möchten. Das zeigt, dass das Internet bereits deutliche Mehrwerte bietet, weshalb ich auch fest überzeugt bin, das der Anteil in den kommenden Jahren weiter fallen wird.
Als zwei wichtige Mehrwerte, die das Internet speziell im Umfeld von Mode mit sich bringt, sieht Proximity die Möglichkeit für Konsumenten, sich stärker auszutauschen und Meinungen anderer einzuholen sowie User Generated Fashion. Lässt sich beides unter Social Commerce zusammenfassen (und da könnte man sicher noch einiges ergänzen). Für die Berater ein klarer Trend, der sich im Mode-Umfeld noch verstärken wird. Insgesamt hat Proximity festgestellt, dass Onlinemarketing bei vielen Modeunternehmen eine untergeordnete Rolle spielt und diese ihre Umsätze steigern könnten, würden sie die digitalen Möglichkeiten richtig ausschöpfen…

Bei ecin gibt es heute einen spannenden Beitrag über die Online Umsätze der Modebranche in UK. Aktuell vermelden die Offline Stores im Inselstaat den schlechtesten Umsatz seit 25 Jahren. Dies haben die Marktforscher von Hitweise herausgefunden.
Bei ecin heisst es:
Das hat einen guten Grund, denn die Online-Umsätze für Kleidung boomt sowie die gesamte Branche online. Die Online-Kategorie Kleidung und Accessoires ist in Großbritannien der viertgrößte Subsektor, neben Auktionen, Baumärkte sowie Rewards and Directories. Fast jeder zehnte Brite hat im Juni 2008 bereits online einen Kleidungs-Shop aufgesucht. Im September 2005 waren es noch 4,6 Prozent.
Als Grund für den sprunghaften Anstieg der Online-Abverkäufe, führen die Marktforscher das verzögerte Selbstverständnis der Fashion-Retailer an. Diese haben spät - dafür umso wirkungsvoller - erkannt, dass ihr Geschäft auch online abbildbar ist.
Spannend ist auch die Frage des Traffics. Diesen beziehen die englischen Mode-Shops zunehmend aus Social Networks.
Eine wichtige Quelle für den Traffic sind die Sozialen Netzwerke. Im Mai 2008 kamen 6,37 Prozent des Upstream-Traffics von diesen Seiten. Damit versorgen Facebook, MySpace und in Großbritannien auch Bebo die Kleidungshändler sogar mit mehr Traffic als die Lifestyle/Fashion-Sites mit 5,13 Prozent.
Auch wenn es eine ähnliche Statistik für deutsche Händler, nach unserem Wissen (noch) nicht gibt, ist auch hierzulande der Anstieg von Fashion-Shops spürbar. Dies wird auch durch die stetig steigende Anzahl der Händler-Anfragen bei smatch.com deutlich.

Eine weitere Studie belegt das, was sich seit Jahren immer deutlicher beim Konsumentenverhalten abzeichnet: Mehr und mehr Konsumenten nutzen zur ersten Orientierung beim Produktkauf spezialisierte Produktsuchen oder Bewertungsportale. Das Interessante an der jüngsten (repräsentativen) Befragung von Consline ist aber nicht, dass dieses Sites viel häufiger im Vorfeld der Kaufentscheidung genutzt werden als Hersteller- oder Händlersites bzw. auch Testberichte.
Interessant ist aus unserer Sicht vielmehr, dass die Studie zu dem Schluss kommt, dass neben Technik-Artikeln, Büchern, Reisen und Autos (alles seit Jahren mit Produktsuchen gut abgedeckte Warengruppen) auch Bekleidung und Möbel im Internet stärker in den Fokus des Konsumenten rücken. :-) Genau das sehen wir ja auch jeden Tag bei smatch.com. Eine Entwicklung, die aus unserer Sicht aber auch nicht bei den genannten Warenkgruppen aufhören wird…