Die JAX findet jährlich im Mai in Mainz statt und gilt als die größte Konferenz für Java-Technologien und -Architekturen in Deutschland. Auch diesmal sollte uns das Programm nicht enttäuschen. Es war gespickt mit Goldkörnern, u.a. ein Vortrag von Kohsuke Kawaguchi, der treibenden Kraft hinter Jenkins/Hudson, ein Werkzeug, welches die meisten Java-Entwickler täglich nutzen (so auch wir).
Die Konferenz bringt Java-Entwickler und -Entscheider aus den verschiedensten Branchen und Firmengrößen, mit ganz unterschiedlichem Hintergrund zusammen. In diesem Schmelztigel der Java-Strömungen versuchen die großen Fische sich als modern, trendy und innovativ zu präsentieren und die kleinen bunten, wirklich innovativen Fische Beachtung zu finden.
Auf der JAX haben sich vier zentrale Themen herauskristallisiert, das Cloud-Computing, die Rolle des “DevOp”, JavaScript auf der Serverseite und Taskunterstützung für den Entwickler im gesamten Application Lifecycle.
Das “Cloud-Computing” scheint inzwischen die großen Fische erreicht zu haben. Die Sessions hierzu verließen deshalb nur selten die Entscheider-Flughöhe und waren für uns Techies wenig brauchbar. Einzig der Grundtenor, dass Cloud-Nutzung manchmal Sinn macht, bestätigte uns in unserem Vorgehen bei der Weiterentwicklung der smatch.com-Plattform.
Die Rolle der “DevOps” arbeiten als hybrider Zwitter mit am Programmcode, kümmern sich aber parallel um den Betrieb der Anwendung. So kann schon zur Entwicklungszeit ein reibungsloser Betriebsübergang neuer Anwendungsversionen sichergestellt werden. Der Graben zwischen Entwicklung und Betrieb verkleinert sich, wenn er nicht gar ganz verschwindet.
JavaScript ist ein alter Hut. Haben wir alle schon mal im Browser ausgeschaltet, weil es als inhärent unsicher gilt. Haben wir aber für unsere Lieblingswebseiten GoogleMail und Facebook stets aktiviert. JavaScript ist der Motor des Web 2.0. Während sich die etablierte Java-Welt in den letzten Jahren vor allem um komplexe Komponentenmodelle gekümmert hat (z.B. OSGi), ist auf Basis der JVM eine Servertechnoligie herangereift, welche die Keyplayer für Java EE mühelos in die Tasche steckt. Bei den bunten Fischen scheinbar längst Usus, verspricht der Einsatz hochgezüchteter JavaScript-Engines auf der Serverseite (z.B. in Node.JS) durch nichtblockierende, asynchrone IO eine schnellere, aber vor allem massiv parallele Anfrageverarbeitung – bei wesentlich geringerem Hardwareverbrauch.
Mik Kersten von Tasktop gilt als Vordenker der Task-fokussieren Arbeitsunterstützung. Er ist Initiator von Mylyn, einem Task-Management-Plugin in Eclipse, welches in den letzten Jahren zu einem wahren Ökosystem gewachsen ist. In seiner Keynote hat er einen überzeugenden Vergleich zwischen dem Verbesserungsprozess in der Toyota Autoproduktion und der integrierten Toolunterstützung in modernen Java-IDEs gezogen. Mylyn ermöglicht es den Anwendungsentwickler, ohne seine IDE zu verlassen, seine Tasks aus Bug- und Featuretracker fokussiert zu verarbeiten und den Rollout über die Buildserver zu steuern.
Wir sind mit hunderten von neuen Ideen und vielen neuen Impulsen zurück von der JAX bei smatch und freuen uns auf das nächste Mal!